September 30th, 2013

Pyrenäen 2013 oder: Die perfekten Flugferien

Müsste man die vergangenen acht Tage in den Pyrenäen mit einem einzigen Wort beschreiben, es wäre „perfekt“!

Viele verschiedene Faktoren entscheiden über das Gelingen einer Flugreise: Wetter, Fluggebiete, Teilnehmer, Betreuung und Organisation, Unterkunft, Essen, …
Für einmal hat nun alles gepasst und die Pyrenäen-Reise wurde zur ergiebigsten Flugreise, die ich bisher erlebt habe.

Aber beginnen wir von vorne:
Am Sonntag, 22.9.13, hob unser Flieger nach Barcelona ab. Mit an Bord waren zehn Reiseteilnehmer (darunter sechs PGZH-Mitglieder), Raphi, unser Fahrer und Starthelfer, und Dominic, Reiseleiter und Fluglehrer von Paraworld.

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Ein paar Stunden später trafen wir in Àger ein. Nach dem kurzen Check-in im Hotel ging’s auch bereits auf den Hausberg, wo wir alle noch einen gemütlichen Abend-Soaring-Flug geniessen konnten. Nach den Abgleitern, die ich in den Vortagen noch in der kalten Schweiz gemacht habe, war’s eine Wohltat in der warmen Luft zu baumeln und die Aussicht zu geniessen. Nach einem herzhaften Essen im Hotel ging’s dann müde zu Bett.

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Am nächsten Tag erwartete uns knackige Thermik in Àger. Eine Inversion machte diese zwar etwas ruppig, doch konnte man auch mitten im Tal aufdrehen und so dem Gelände ausweichen. Zum Teil konnte vor lauter Thermik kaum mehr gelandet werden. So kurbelte ich kurz vor der Landung über dem Landeplatz in 3-4-Meter-Schläuchen nochmals zum Startplatz auf und landete dort. Ein sehr flugreicher Tag welcher mit einer Tal-Querung zum Landeplatz im Dörfchen endete.

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Am Dienstag ging’s dann nach Organyà, das Paradies für Acro-Piloten. So Vieles hatte ich bereits über diesen Ort gehört, als ich dann vor dem sogenannten „Magic Mountain“ stand, konnte ich mir allerdings noch nicht vorstellen, was denn so toll daran sein soll. Da dieser Berg aber erst am Nachmittag richtig aktiv wird, gönnten wir uns erst noch einen Flug vom gegenüberliegenden Berg. Nach einer etwas anspruchsvollen Fahrt auf den Berg rauf, erwartete uns schon starke Thermik am Startplatz. Also nichts wie raus in die 4-Meter-Schläuche! Als es mir etwas zu turbulent wurde, flog ich zum Magic Mountain rüber, an welchem man erfreulicherweise schon aufdrehen konnte. Ein paar Geier leisteten uns Gesellschaft und zeigten die Schläuche an. Nach ein paar Stunden war’s dann Zeit für eine Mittagspause. Am Landeplatz durften wir noch ein Spektakel in der Luft verfolgen: die Rodriguez-Brüder und ein weiterer Acro-Pilot hängten sich zu dritt an einem Tandem und sprangen alle gleichzeitig ab. Während die Piloten unterhalb des Landeplatzes mit ihren Fallschirmen landeten, kam der führerlose Tandemschirm oberhalb des Landeplatzes zu Boden. Ok, in Organyà wird man auch am Boden bestens unterhalten! 🙂

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Nun war es aber an der Zeit selbst wieder in die Luft zu kommen. Gestartet um 17.00 Uhr ging’s mit 2-3 Metern/Sekunde ultrasanft den Berg hoch. Über dem Kamm angekommen, wurde die Aussicht genossen, rausgeflogen, mit diversen Manövern Höhe vernichtet oder einfach ins Flache rausgeflogen und wieder zurück zum Berg, wo es erneut hochging. Dieses Spiel liess sich bis Sonnenuntergang weiterführen. Nun begriff ich, wieso dieser Berg „Magic Mountain“ heisst. Solche Flüge erleben zu dürfen, ist einer der Gründe, wieso ich Gleitschirm fliege – einfach Magie!
Zurück am Boden liess sich ein grosses Grinsen auf allen Gesichtern finden.
Zitat Matthias: „bis heute war gestern mein bester Flugtag!“

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Nach dem Nachtessen ging’s zurück nach Àger, wo wir alle müde aber glücklich ins Bett fielen.

Am nächsten Tag war Taschen packen angesagt und es ging für zwei Nächte ins Herz der Pyrenäen, nach Castejon de Sos. Ein touristisches Dörfchen, umgeben von hohen Bergen.

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Die Fahrt zum Startplatz dauerte zwar etwas, dafür konnte man auf 2’300 M.ü.M starten und hatte mehr als 1’000 Meter Höhendifferenz! Einigen war das noch nicht hoch genug und sie kurbelten sich bis 3’700 M.ü.M hoch! Der Wind war allerdings recht stark, weshalb die Angelegenheit etwas turbulent wurde. Dennoch durften wir zwei flugreiche Tage in Castejon geniessen.

Am Freitag gab’s dann mal etwas Regen, weshalb wir schon am Morgen zurück nach Àger fuhren. Dort regnete es zwar nicht, dafür blies uns starker Wind um die Ohren. Anstatt auf den üblichen Startplatz auf den Grat hochzufahren, wählten wir einen tiefer gelegenen Startplatz. Dieser war klippenähnlich und deshalb etwas „psychologisch anspruchsvoll“. Mit Dominics Hilfe kamen jedoch alle Piloten sicher in die Luft, wo wir einen mehrstündigen Flug geniessen durften. Obwohl die Sonne sich schon längst verkrochen hatte, stieg’s immer noch im sanften Aufwind. Es schien, als wäre die Magie von Organyà nun auch in Àger angekommen.

Der Samstag, der letzte Flugtag, sah erst nicht wirklich fliegbar aus. Trotzdem machten wir uns auf zum Startplatz. Erfreulicherweise flog es trotzdem – und dies erstaunlich gut! Dieses Mal war’s super labil und nach ein paar Kreisen erreichte man auch gleich die Basis, welche zwar nicht sehr hoch war, aber trotzdem noch eine schöne Aussicht erlaubte.

Am Nachmittag frischte der Wind auf und an Fliegen vom oberen Startplatz war nicht mehr zu denken. Nach einer sehr amüsanten Runde Parawaiting fuhren wir zum unteren Startplatz, wo es zwar nur noch für einen verlängerten Gleitflug reichte, doch welcher der perfekte Abschluss einer perfekten Woche sein sollte.

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Am Sonntag hiess es schliesslich: Koffer und Packsäcke packen und zurück in die kalte Schweiz.

Die Pyrenäen bieten mit der eindrücklichen Landschaft, den riesigen, hindernisfreien Start- und Landeplätzen und den zuverlässigen Wetterbedingungen die perfekte Umgebung für genussvolle, sorgenfreie Flugferien! Darf man diese zusätzlich mit guten Leuten verbringen, macht dies die Reise perfekt!

Danke an alle, die dabei waren und an Paraworld!
Barbara

Video by Raphi

Video by Barbara


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One Response to “Pyrenäen 2013 oder: Die perfekten Flugferien”

  1. Hät’s nicht besser schreiben können!
    War einfach super und mir brennts unter den Flügeln, nochmal nach Organya zu gehen 🙂

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