Oktober 3rd, 2014

PGZH@Dolos

Ende Juni wollten Marco und ich am Uezgi fliegen gehen, wurden allerdings vom Regen davon abgehalten. Was machen, wenn’s nicht fliegt? Genau: Flugferien planen!

Und so entstand die Idee, im Herbst eine PGZH-Flugreise in die Dolomiten zu unternehmen. Wenig später waren alle PGZH-Mitglieder dazu eingeladen und ein passendes Hotel gefunden und reserviert. Und somit war die erste offizielle PGZH-Flugreise aufgegleist.

Am Montag Morgen, 22.9., fuhren Marco, Dani und ich los Richtung Dolomiten. Um 17.00 Uhr trafen wir nach kurzweiliger Fahrt in Canazei ein und wurden bereits von Markus und Leta, die kurz vorher eingetroffen waren, empfangen. Wenig später traf auch Rafi ein, der direkt aus Castelluccio angereist kam. Beim Abendessen kam schliesslich noch René dazu, welcher schon am Freitag angereist war. Somit war unsere siebenköpfige Truppe komplett.

Nach einem 4-gängigen Essen, u.a. wurden „angefullte Kaninchen“ serviert, ging’s auch bald zu Bett um für den nächsten Tag gerüstet zu sein.

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Informiert man sich über die Fluggebiete in den Dolomiten wird immer vor Nordwind, bzw. Nordföhn, gewarnt. Dieser stand prompt am Dienstag Morgen auf dem Programm. Die Prognosen liessen uns allerdings hoffen, dass der Nordwind am Mittag abnimmt. Somit hatten wir genügend Zeit uns mit dem Gebiet und den Start- und Landeplätzen vertraut zu machen.

Der Wind nahm gegen Nachmittag tatsächlich ab und wir konnten einen ersten Flug vom Col Rodella machen. Allerdings war dieser doch sehr turbulent, weshalb wir bald landen gingen. Für einen zweiten Flug begaben wir uns an den Weststartplatz. Der Wind hatte inzwischen auf West gedreht und war stark genug um soaren zu können.

Ein guter Anfang um mit dem Fluggebiet vertraut zu werden.

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Am Mittwoch sah es zunächst nach einem perfekten Tag aus: kein Nordwind mehr, Sonne und Thermik. Allerdings entwickelte sich diese nur sehr zögerlich. Nach längerem Warten steuerten wir den Weststartplatz am Col Rodella an. Der Wind war stark, aber startbar. So begaben wir uns in die Luft und konnten am Felsen hochsoaren. Kleinere Strecken waren auch möglich, so konnte ich eine kleine Runde zum Rosengarten und zurück unternehmen.  Allerdings war es so kalt, dass man es nicht sehr lange auf grosser Höhe aushalten konnte.

http://www.xcontest.org/world/en/flights/detail:BarbaraW/24.9.2014/12:31

Für Donnerstag und Freitag war sonniges Wetter mit starkem Nordföhn angekündigt, weshalb wir uns entschieden, nicht in den Dolomiten zu fliegen. Am Donnerstag besuchten wir das Testival, welches am Landeplatz aufgebaut wurde, und gingen anschliessend in der Rosengarten-Gruppe wandern. Ein gutes Alternativprogramm, so lange die Sonne scheint 😉

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Am Abend wurde uns im Hotel ein üppiges Acht-Gänge-Menü zum Thema „Ladinischer Abend“ serviert. Überhaupt gab es praktisch jeden Abend etwas Spezielles, sei dies ein Apéro oder ein Amuse Bouche – hungern mussten wir definitiv nicht!

Um wieder in die Luft zu kommen – schliesslich waren wir in den Flugferien – unternahmen wir am Freitag einen Ausflug zum Kronplatz (Nähe Bruneck), ca. 1.5 Autostunden von Canazei entfernt. Ein herrliches Fluggebiet, welches Nord ausgerichtet ist und sich daher als Alternative anbot. Die Fahrt hat sich gelohnt: wir konnten ein neues Fluggebiet entdecken, einen gemütlichen Flugtag in Reischach verbringen und die Ruhe vor dem Sturm geniessen.

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Zurück in den Dolomiten erwartete uns der grosse Ansturm: für den Samstag sahen die Prognosen gut aus, einzig der Wind blies noch schwach von Nord. Als wir um halb zehn Uhr morgens bereits mehr als 12 Schirme in der Luft erblickten, erahnten wir bereits, was auf uns zukommen würde. An der Kasse der Bahn warteten dann schliesslich auch Dutzende Piloten. Am Startplatz von Col Rodella (bzw.: Col Rodeo) waren es noch mehr: wahrscheinlich waren es hunderte Piloten, die sich so langsam startbereit machten.

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Dieses riesige Piloten-Aufkommen war für uns alle neu und machte, zusätzlich zum anspruchsvollen Fliegen in der eindrücklichen Felslandschaft, etwas nervös. Erstaunlich schnell konnten wir einen Startplatz ergattern und starten. Schnell versuchte ich an Höhe zu gewinnen um damit den vielen Schirmen in der Luft zu entkommen. Zum Glück war die Thermik stark und grossflächig. Weiter hinten an der Langkofelgruppe war’s leider nicht weniger voll und so machte ich mich auf in Richtung Rosengarten. Überall waren Schirme in der Luft, was zum einen nützlich war um die Thermik zu erkennen, zum anderen aber auch zusätzliche Konzentration erforderte, um Kollisionen zu vermeiden.

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Nachdem ich die Rosengartengruppe passiert hatte, entschied ich mich landen zu gehen. René gesellte sich etwas später zu mir und zusammen versuchten wir zurück nach Canazei zu gelangen (was gar nicht so einfach war, da die Bereitschaft, zwei Gleitschirmpiloten mitzunehmen, bei den Autofahrern leider sehr gering, bzw. nicht vorhanden war). Zum Glück nahm uns ein Lininenbus mit, der mit dem Seilbahnpass erst noch gratis war.

Zurück in Canazei, wo das Testival und der Flugbetrieb in vollem Gange waren, war ich froh, nicht auf dem Hauptlandeplatz gelandet zu sein. Zeitweise landeten fünf bis zehn Schirme gleichzeitig. Und es nahm kein Ende. Der Himmel sah aus, als hätte jemand Konfetti ausgeleert.

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Während wir bereits im Restaurant sassen und auf unsere Pizzen warteten, waren Dani und Marco noch in der Luft und statteten der Marmolada einen Besuch ab.

http://www.xcontest.org/world/en/flights/detail:Hubair/27.9.2014/09:06
http://www.xcontest.org/world/en/flights/detail:dschmitt/27.09.2014/09:11

Nach der sehr leckeren Pizza trudelten die beiden Fliegenden schliesslich auch am Landeplatz ein. Nachdem wir das Auto gepackt hatten, ging es für Marco, Dani und mich schliesslich wieder nach Hause.

René, Markus und Leta hängten noch zwei Tage an. Am Sonntag war der Luftraum noch mehr mit Schirmen gefüllt, da sich diese wegen der fehlenden Thermik nicht verteilten. Am Montag lag für René noch ein schöner Abschlussflug drin:
http://www.xcontest.org/world/en/flights/detail:rto/29.9.2014/10:54

Alles in Allem war es eine sehr gelungene Reise, mit schönen, eindrücklichen Flügen in der atemberaubenden Bergwelt, mit gutem Essen und sehr viel Spass! Zudem hatten wir grosses Glück mit dem Wetter: eine Woche Sonne, ohne Regen, hatte ich mir nach diesem Sommer nicht erhofft gehabt! Einzig der Nordföhn war störend, aber es gibt in den Dolos genug Alternativen um den Tag gestalten zu können.

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Eines ist klar: Dolos – wir kommen wieder!

Barbara

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Fotos:
https://picasaweb.google.com/103612987913652096707/Dolomiten2014

Fliegen in den Dolomiten ist wohl etwas vom Schönsten und Eindrücklichsten, was man als Gleitschirmpilot/in erleben kann, aber auch etwas vom Anspruchsvollsten. Deshalb empfiehlt es sich, sich vorgängig mit dem Gebiet und dessen Windsystemen zu befassen und mit einer Ausrüstung anzureisen, die einem vertraut ist.

Siehe dazu auch folgende Hinweise:
http://www.parapendio-gardena.com/colrodella.html

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