Juli 24th, 2016

sLOVEnia 2016

Slowenien stand schon lange auf meiner Wunschliste für Flugferien. Als dann zwei Club-Mitglieder die Initiative ergriffen und eine PGZH-Reise nach Slowenien planten, war ich natürlich sofort dabei.

Am 16. Juli machten sich schliesslich zehn Club-Mitglieder auf in Richtung Osten. Im Laufe des Nachmittags trudelten die drei Autos nach und nach in Drežnica ein. Im kleinen Dörfchen, oberhalb von Kobarid gelegen, befindet sich die Herberge „Jelkin Hram“ von Klavdij Rakušček (ausgesprochen „Claudi“) und seiner Familie. http://www.jelkin-hram.com

Nach der langen Reise, vertraten wir uns noch ein bisschen die Beine und besuchten die nahe gelegenen Wasserfälle. Danach wurde uns ein leckeres Nachtessen serviert und bald darauf ging’s auch schon ins Bett, um für den nächsten und ersten (Flug-)Tag fit zu sein.

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Dieser startete mit Nordwind, welcher zu stark sein würde, um im Soča-Tal fliegen zu können. Also fuhren wir nach Lijak, welches weiter südlich liegt und vom Wind geschützt ist. Das Fluggebiet erinnert ein bisschen an die Obere Wengi in Matzendorf, nur dass alles etwas grösser und in der Ferne das Meer zu sehen ist. Viele Piloten waren vor Ort und einige „Dummies“, die sich bereits in der Luft befanden, zeigten an, dass es gut flog. Also nichts wie los! Thermik war reichlich vorhanden und lange Flüge waren möglich. Fürs Streckenfliegen reichte es dennoch nicht ganz. Am Nachmittag fanden sich alle am Landeplatz ein und die weiteren Vorhaben wurden besprochen.

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Während eine Gruppe einen Abendflug in Lijak machen wollte (schliesslich sind wir ja in den FLUGferien!), zog es die Anderen ans nahe gelegene Meer. Die „Meer-Gruppe“ fand im italienischen und sehr touristischen Dorf Grado kilometerlange Sandstrände und genoss den zweiten Teil des Tages mit Baden im Meer und einem sehr leckeren italienischen Nachtessen. Die „Fluggruppe“ durfte einen sehr schönen und entspannten Abendflug in Lijak geniessen. Erst spät in der Nacht kehrten alle nach Drežnica zurück. Dort waren inzwischen auch drei befreundete Piloten (aka Panda-Gang) eingetroffen, welche unsere Gruppe komplettierten.

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Am Montag war schliesslich Fliegen am Stol, dem Hausberg, angesagt. Die Shuttles auf den Berg werden von den Locals Klavdij und Wolfgang organisiert und so wird jeder Pilot bequem zum Startplatz chauffiert. Da die Fahrt eine gute Stunde dauert, sollte der Startzeitpunkt gut gewählt werden, da man nicht so schnell einen zweiten Flug machen kann. Da die Ablösungen am Stol jedoch gegen Mittag auch schnell mal zu stark zum Starten werden können, soll aber auch nicht zu lange mit dem Start gewartet werden.
Als wir am Startplatz ankamen, erwarteten uns bereits schwache Ablösungen und einige Cumuli. Da sich aber noch niemand in der Luft befand, war die Eile bei den Piloten noch nicht gross – ausser bei Andreas, der gute Streckenbedingungen witterte und sich auch gleich parat machte. Er war dann auch der erste, der sich in die Luft schwang, nach rechts abdrehte und hinter dem Hang verschwand. Als er kurz darauf über der Krete wieder auftauchte, brach etwas Hektik los und alle Piloten machten sich bereit. Kurz darauf war der Himmel über der Stol-Krete mit den bunten Tüchern gefüllt.

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Die Krete in westlicher Richtung trug gut und einige Piloten hangelten sich der Krete entlang bis nach Italien und wieder zurück. Andere getrauten sich nicht ganz so weit, da es dort einige unlandbare Flächen gibt. Daher wählten einige den direkten Weg nach Osten, wo sich Kobarid und der offizielle Landeplatz befindet. An diesem Landeplatz fanden sich am frühen Nachmittag auch fast alle Piloten unserer Gruppe ein. Vom Restaurant, welches sich direkt neben dem Landeplatz befindet, konnten die Landenden gut beobachtet und dazu kühle Limonade geschlürft werden.

Flug Marco: http://www.xcontest.org/world/en/flights/detail:gustovolo/18.7.2016/10:38
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Da das Wetter weiterhin gut aussah, organisierte Eva, unsere Reise-Organisatorin, kurzerhand einen Abendflug vom Kobala. Als wir um ca. 17.00 Uhr auf dem Kobala, welcher sich bei Tolmin östlich von Kobarid befindet, eintrudelten, erwarteten uns beste Bedingungen. Nach dem Start wurde man von starken, aber dennoch sanften, Aufwinden direkt über den Startplatz befördert und konnte die Aussicht geniessen. Das Ziel hiess Kobarid, welches sich ca. 15 Kilometer von Tolmin entfernt befindet. Verschiedene Grüppchen machten sich auf Richtung Westen, doch hatten alle mit Gegenwind zu kämpfen, welcher diesen Streckenflug erschwerte. Mit etwas Geduld und ausdauerndem Thermikdrehen ging es jedoch stetig vorwärts. Als es kurz vor Kobarid aus heiterem Himmel zu tröpfeln begann, wurde der Flug etwas ungemütlich, doch die vorausfliegenden Berner- und Basler-Kollegen konnten über Funk Entwarnung geben, dass der Regen in wenigen Metern wieder aufhören würde. Obwohl der Flug nicht gerade einfach war, erreichten acht Piloten den Landeplatz in Kobarid. Für Didier war es gar sein bisher längster Flug. Ein breites Grinsen war bei allen zu erkennen – ein Flugtag, wie er sein soll!
Flug Noemi: http://www.xcontest.org/world/en/flights/detail:Noemi/18.7.2016/14:50

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Am Dienstag hatte es mässigen Ostwind, weshalb wir nicht auf den Stol, sondern nochmals auf den Kobala hoch gingen. Obschon die Bedingungen fliegbar aussahen, warteten alle Piloten am Startplatz, dass jemand den Anfang machen würde. Die furchtlose Panda-Gang plus Mario legten daher als Erste ihre Schirme am Startplatz aus. Der Rest der Gruppe war auch bereits startbereit, als sich Noemi, Michu, Dani und Mario in die Luft begaben. Einigen gelang es gleich aufzudrehen, andere hatten noch etwas Mühe, den Einstieg in die Thermik zu finden. Eva zeigte dann schliesslich einen sehr schönen Schlauch an, welcher sich vor dem Starplatz gerade formierte und mich innerhalb weniger Minuten an die Basis, welche auf ca. 1700 MüM lag, beförderte. Mit dieser Höhe machte ich mich nach Kobarid auf. Es war leichter als am Vortag voran zu kommen, da man den Wind dieses Mal im Rücken hatte. Je weiter man nach Kobarid kam, desto schwieriger wurde es jedoch sich oben zu halten, da die Thermik nur sehr schwach und zerrissen war. Dennoch schafften es wiederum viele bis zum Landeplatz oder sogar noch etwas weiter zum Stol und wieder zurück. Mein Flug endete kurz vor dem Landeplatz auf einer grossen Wiese. Zum Glück kann man im Soča-Tal praktisch überall landen – das erleichtert die Streckenfliegerei!

Flug Barbara: http://www.xcontest.org/world/en/flights/detail:BarbaraW/19.7.2016/09:59

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Nach einem Imbiss entschieden wir, auf einen weiteren Flug zu verzichten und uns stattdessen mit einem Bad im Fluss abkühlen zu gehen. Bei der Napoleon-Brücke lässt es sich in der Nadiža herrlich baden und geniessen. Die Abkühlung war bei 35° Grad auch dringend nötig. Neben dem Baden wurden auch fleissig Steintürme gebaut und ein FlipFlop, der offensichtlich nicht wassertauglich war, musste MacGyver-mässig wieder zusammengeflickt werden, damit der Aufstieg zum Parkplatz geschafft werden konnte 😉
Das Nachtessen gönnten wir uns in einem italienischen Restaurant vis-à-vis vom Stol, welches neben vorzüglichem Essen auch einen grandiosen Blick auf den Stol bot.
Andreas, der etwas weiter geflogen war, als die anderen der Gruppe (Link) gesellte sich gleich nach dem Apéro auch noch zu uns, so dass unsere Gruppe wieder komplett war.
Ein weiterer perfekter Tag ging damit zu Ende.

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Am Mittwoch hatten leider einige der Gruppe mit Magenproblemen zu kämpfen, weshalb die guten Bedingungen, die am Stol herrschten, nur von ein paar Piloten ausgenutzt werden konnten. Andreas nutzte diese Bedingungen und flog fast 140 Kilometer weit (http://www.xcontest.org/world/en/flights/detail:AnMa/20.7.2016/09:26). Die Anderen verbrachten den Nachmittag, nach einem mehr oder weniger langen Flug, im Hotel und erholten sich von den vorangegangenen Tagen.
Flug Markus: http://www.xcontest.org/world/en/flights/detail:Kusi13/20.7.2016/10:30

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Am Donnerstag war die Basis tief, so dass man nach ein paar Umdrehungen am Stol bereits an die Wolkendecke stiess. Dennoch waren ein paar lange und z.T. weite Flüge möglich. Da es immer noch sehr heiss war, hiess das Nachmittagsprogramm wiederum Baden, aber dieses Mal in der Soča. Die blau/grüne Farbe des Flusses lässt bereits vermuten, dass das Wasser eher kalt ist – gefühlte 5 Grad etwa. Dennoch getrauten sind 5 Mutige in das eiskalte Wasser. Das Nachtessen liessen wir uns in einer Pizzeria in Kobarid nach einem weiteren schönen Flug/Bade-Tag schmecken. Zum Ausklang gab es noch kühle Drinks draussen vor dem Hotel, wo bereits eifrig Pläne für die nächsten Flugreisen geschmiedet wurden.

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Der Freitag wartete mit stabilen Bedingungen auf. Ein Teil der Gruppe machte sich zum Sightseeing auf in die Hauptstadt Ljubljana. Eine kleine, sehr schöne und gemütliche Stadt, wo wir einzig mit der Hitze zu kämpfen hatten und deshalb unter Sonnenschirmen beim Mittagessen, beim Glace-Essen, in der Burg und einer Bibliothek Abkühlung suchten.
Der andere Teil unserer Gruppe ging nach Lijak um dort zu fliegen. Die Bedingungen erlaubten mehrere Flüge, darunter ein genüsslicher Abendflug. Während Andreas, Mario, Michi und Peter von Lijak die Heimreise antraten, kehrten Noemi, Michu und Dani nach Drežnica zurück, um bei einem Bier oder Radler, zusammen mit den Ljubljana-Rückkehrern (Leta, Markus, Didier und mir), die Flugferien ausklingen zu lassen.

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Am Samstag Morgen früh ging es schliesslich zurück in die Schweiz.

Wir durften eine flug- und abwechslungsreiche Woche erleben, mit vielen tollen Flügen, erfrischenden Badegängen, ausgezeichnetem Essen, viel Spass und ganz viel Gemütlichkeit! Herzlichen Dank an das Team von Klavdij für die Gastfreundlichkeit und die Organisation der Shuttles, an Eva und Marco Maranta, für die ausgezeichnete Organisation der Reise, die Gelände-Einweisung, die Briefings und natürlich die Geheimtipps ;-), und an alle, die dabei waren!
Wir freuen uns schon sehr auf die nächste Slowenien-Reise!

Barbara

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