April 5th, 2017

Gut können sie besser fliegen als tanzen – San Fermo 2017

Frühlingszeit bedeutet San Fermo Zeit! Wie jedes Jahr konnte unser Club einige der heiss begehrten Plätze in einem der San Fermo Camps von Flywithandy ergattern. Es war – wenn ich richtig gezählt habe – bereits das 5. Mal.

San Fermo? Im Gegensatz zu den nichtfliegenden Mitmenschen (es sei denn, sie interessieren sich für sehr steile Velo-Routen in Norditalien), ist vielen Piloten dieser Berg in der Nähe von Bergamo bereits ein Begriff (wer noch nie davon gehört hat: http://flywithandy.com/san-fermo-camps-2016-overview/ )

Nachdem letztes Jahr das Camp abgesagt werden musste, hatten dieses Jahr wieder alle ihre Teller brav aufgegessen und perfektes Flugwetter erwartete uns. So versammelten sich zehn motivierte PGZHler und 16 weitere Piloten am 30.3.17 gegen Mittag in Casazza und bald darauf ging’s auch schon auf den San Fermo, da die Bedingungen bereits tiptop zum Groundhandeln und Fliegen waren.

Das Camp wurde dieses Mal von Andy und Michael geleitet, mit Unterstützung von Federico und Simone.

Es dauerte nicht lange und der ganze Hügel war mit den bunten Tüchern eingedeckt. Bis zum Abend wurde nun ausgiebig gegroundhandelt, geflogen, Thermik gekurbelt und topgelandet. Früher war die einzige Wireless-Station im Ort mit ein Grund ins Tal herunterzufliegen, heute locken das Landebier und die gratis Chips die es dazu schüsselweise gibt (natürlich ist der Flug ins Tal auch sonst sehr schön und ein stimmiger Tagesausklang). So beendeten die meisten dann auch den Flugtag mit dem Flug nach Casazza.

Am Freitag warteten erneut perfekte Bedingungen auf uns. Daher setzte Andy auch gleich eine kleine Streckenaufgabe an, welche Viele von unserem Grüppchen auch in die Tat umsetzen konnten. Wer die Thermik im Osthang verpasste, fand sich danach am mittleren Landeplatz wieder, was aber nicht weiter schlimm war: Tobias hatte kaum seine Füsse auf den Boden gesetzt, fand er sich im Bus mit den anderen «Abgesoffenen» wieder und wurde zurück zum Startplatz gefahren. So konnte man sich wenig später auf die nächste Thermiksuche begeben und erneut sein Glück versuchen. Wer gerade nicht in Streckenfluglaune war, spielte mit seinem oder dem einen oder anderen Testschirm am Boden und verfeinerte die eigene Starttechnik oder probierte sich an neuen Techniken, wie dem Kiten oder dem Cobra-Start. Markus machte an diesem Tag gar seinen allerersten richtigen Thermikflug und konnte mit Andys präzisen Anweisungen mehrmals toplanden.

Auch dieser Flugtag wurde mit einem Flug ins Tal abgeschlossen. Und genau so, wie der Bus jeweils für den Retrieve zum Startplatz bereit stand, stand dieses Mal das Landebier schon bereit (danke Pascal! 😊 ).

 

Am Samstag sah der Wind schon etwas stärker aus und dies bestätigte sich auch am Startplatz. Zu Beginn konnte noch gegroundhandelt werden, allerdings war es schon ziemlich böig. Und diese Böen nahmen im Verlauf des Tages noch zu. Wer mit seinem Schirm spielte, wurde meistens gleich ausgehebelt und in die Luft getragen. Mit ruhigem Handling und den Anweisungen von Andy und Michael, die alle ihre Schäfchen im Blick hatten, gelang es allen jeweils sanft wieder Boden unter die Füsse zu kriegen. Mit der Zeit wurde der Wind immer stärker und als sich die Sonne dann auch noch verabschiedete, wurde es kalt und somit Zeit für eine Pause. Bei heisser Schoggi (die mehr einem heissen Pudding gleicht) und Cappuccino konnten wir uns schliesslich wieder aufwärmen. Leider nahm der Wind nicht mehr ab und somit waren keine weiteren Flüge und auch kein Groundhandling mehr möglich. Dies war nun aber nicht so schlimm, wartete doch schon der legendäre (von den einen gefürchtete) Tanzabend auf uns! So blieb noch etwas Zeit, sich zu erholen, bevor der Abend mit einem vier-gängigen Menü gestartet wurde.

Nachdem wir uns die Mägen mit dem sehr leckeren italienischen Essen vollgeschlagen hatten, ging es schliesslich zum Tanz. Nun muss man wissen, dass sich die gesamte Bevölkerung der umliegenden Dörfer jeweils am Samstag Abend zum Tanz in unserem Hotel trifft. Und die Damen und Herren, meist um die 80, können das richtig gut, weshalb sich die meisten Piloten, mit Ausnahme von den geübten Tänzern, in der Regel auch gar nicht erst in den Tanzsaal getrauen. Dieses Jahr sollte es aber etwas anders ablaufen, hatte Liz doch etwas geplant: so fanden sich einige Piloten vor dem Tanzsaal wieder und übten einen Linedance ein. Das klappte nach kurzer Zeit auch schon ziemlich gut, weshalb Liz beim DJ einen passenden Song wünschte und wir kurz darauf die Tanzfläche stürmten. Zwei Italienerinnen machten auch spontan mit. Nun erforderte der Song aber, dass der eingeübte Linedance gefühlt dreimal so schnell wie geübt ausgeführt wurde. Naja, das Ganze war dann doch etwas unkoordiniert und nur Liz und die Italienerinnen schafften es, den Takt zu halten. Ich hoffe mal, es gibt keine Videoaufnahme davon! Dass beim PGZH die fliegerischen und nicht die tänzerischen Fähigkeiten gefördert werden, wurde an diesem Abend wohl ersichtlich – aber wir sind ja zum Glück auch kein Tanzclub 😉 Spass hat es aber trotzdem gemacht! Als die Musik schliesslich ausgeschaltet und die Lichter gelöscht wurden, hiess es nochmals etwas Schlaf für den letzten Tag zu holen.

Und dieser Tag hatte noch mehr Wind zu bieten, als der Vortag. Daher machten wir uns nach dem morgendlichen Briefing auf nach Brescia. Einige Selbstfahrer fuhren direkt nach Hause, da die Chancen, in Brescia zu fliegen, nicht als gross eingeschätzt wurden. Doch die Brescia-Truppe sollte belohnt werden: der Wind war gut startbar und die Luft sehr thermisch. Also schwangen sich sechs Piloten nacheinander hinaus. Da nicht ganz klar war, ob die Wolken noch überentwickeln, begaben sich die Fliegenden ziemlich bald in Richtung Landeplatz und landeten schliesslich alle sanft auf einem Feld im Ort. Lieber einmal zu früh abbrechen, als einmal zu spät. Ein letztes Mal Italien-Flair genossen wir schliesslich auf dem lokalen Markt und deckten uns mit Dörrfrüchten und Focaccia ein. Der Ausflug in dieses Fluggebiet hatte sich auf alle Fälle gelohnt!

Nun war es aber an der Zeit Abschied zu nehmen und die Heimreise anzutreten. Im bequemen Bus wurden wir schliesslich von Michael nach Zürich zurück chauffiert – und dies erst noch staufrei!

Nach so viel Groundhandling, Thermikdrehen und Toplanden sind wir nun bereit in die Saison zu starten! Möge das Flugwetter kommen! 😊

Wie immer war das San Fermo Camp ein perfekter Einstieg in die Saison! Andy und Michael haben einen perfekten Job gemacht und uns mit vielen Tipps ausgerüstet. Vielen Dank an das ganze Team, welches uns vier unbeschwerte Tage fern vom Alltag ermöglichte! Danke auch an alle die dabei waren – es hat super viel Spass mit euch gemacht! Dass wir zudem gleich zwei neue Mitglieder gewinnen konnten, gefällt uns natürlich besonders!

Wir freuen uns schon auf das nächste Mal San Fermo! Aber dieses Mal werden wir uns mit Youtube-Videos auf den Linedance vorbereiten – versprochen! 😉

Barbara


  |  April 5th, 2017  |   Filed in Posts
Tagged with , ,

Leave a Reply