Juni 12th, 2017

PGZH XC-Days

PGZH-Pilotinnen und -Piloten fliegen seit einigen Jahren vorne im XContest mit und der Club kann sich in der Club-Wertung jeweils einen der vorderen Plätze ergattern:

https://www.xcontest.org/switzerland/en/ranking-fai3-pg-clubs/

Die Generalversammlung hat im März dieses Jahres beschlossen, dass der Club die Streckenfliegerei fördern soll. Wir möchten das grosse Know-How zum Streckenfliegen, welches im PGZH vorhanden ist, an alle Mitglieder weitergeben. Aus diesem Grund wurden die PGZH XC-Days ins Leben gerufen.

Die XC-Days werden jeweils von einem erfahrenen Streckenpiloten organisiert und geleitet. Dazu gehört ein passendes Fluggebiet auszuwählen und einen Task festzulegen, der geflogen werden kann. Mit Funk wird die Situation in der Luft laufend neu beurteilt und Tipps zu guten und schlechten Routen werden weitergeleitet. Das Ziel ist es, das Beste aus dem Tag zu machen, auch wenn vielleicht der Tag nicht optimal zum Streckenfliegen ist.

Nachdem der erste XC-Day am 1.4. wegen schlechtem Wetter nicht stattfinden konnte, sahen die Prognosen für das Wochenende vom 10.+11.6. sehr gut aus, weshalb beschlossen wurde, an beiden Tagen eine Streckenflug-Mission in Angriff zu nehmen.

Am Samstag, 10.6. entschied Organisator Marco Huber nach gründlichem Wetterstudium, dass sich der Jura am besten für einen gemeinsamen Streckenflug eignen würde. So trafen sich am frühen Morgen 18 motivierte PGZH-Piloten in Oberdorf, SO. Nach einer ersten kurzen Informationsrunde ging es auf den Weissenstein, wo das ausführliche Briefing stattfand.

Die Streckenerfahrung der Teilnehmer war sehr unterschiedlich: vom Strecken-Neuling, über den Vielflieger bis zum erfahrenen Streckencrack war alles dabei. Zusammen mit Tipps aus dem reichen Erfahrungsschatz von Marcel Weilenmann und Markus Gafner, fehlte es dem Briefing an nichts. So konnten alle Piloten wenig später gut informiert und motiviert in die Luft starten. Erfreulicherweise setzte die Thermik früher ein als erwartet (das frühe Aufstehen hatte sich schon mal gelohnt!) und noch vor Mittag erwarteten uns bereits starke Schläuche mit 2-3 Metern Steigen. So fanden sich die meisten kurz nach dem Start an der Basis wieder, die relativ tief war. Der vorgeschlagene Task führte bis nach Biel zur Taubenlochschlucht, dort sollte gewendet und bis Oensingen geflogen werden, wo erneut ein Wendepunkt gesetzt und zurück zum Weissenstein geflogen werden sollte.

Allerdings vermeldeten die vorgeflogenen Streckenprofis, dass es nach Grenchen immer schwieriger wird und wer nichts riskieren möchte, besser früher wendet und sich in Richtung Osten aufmachen sollte. Leider fanden sich einige Piloten, beim Versuch, den Task Richtung Westen zu verlängern, am Boden wieder und machten sich danach auf den Weg retour. Alle die den ursprünglichen Plan verfolgten, konnten sich jedoch in der Luft halten und den Task abfliegen. Die Thermik war zuverlässig und zum Teil stark (4-5 Meter/Sekunde). Zurück beim Weissenstein sahen sich die Piloten mit der Herausforderung konfrontiert, nicht zu hoch zu fliegen. Hier funktionierte aber der vorher gebriefte Ratschlag 50 Höhenmeter vor der Obergrenze mit Kurbeln aufzuhören und dann mit angelegten Ohren das Steigen zu verlassen, wunderbar, so dass es zu keinen Luftraumverletzungen kam.

Der Flug nach Osten war dann purer Genuss: die Thermik hatte sich installiert und schöne Schläuche erwarteten die Piloten, die es bis dorthin geschafft hatten. Wer es nicht bis nach Oberdorf zurück schaffte, trat entweder die Heimreise mit ÖV an, oder machte sich auf unterschiedliche Weise zurück nach Oberdorf (an dieser Stelle: herzlichen Dank an Francis, der mich nach Oberdorf zurück chauffiert hat!).

Die geflogenen Strecken zeigten, dass die Fluggebietswahl hervorragend war und sich perfekt für alle Teilnehmer eignete. Tobi machte sich zum ersten Mal überhaupt auf Strecke, Peter durfte seinen bisher längsten Flug erleben und für mich selbst war es der bisher längste Jura-Flug (und der schönste seit Langem 😉 )

Für einige unserer Cracks, die den Task verlängern wollten, war nach Biel Schluss. Dennoch zählten Eva und Marco H. über 50 Kilometer auf dem Tacho (Flug Eva). Marcel schaffte es zum Weissenstein zurück und verlängerte die Strecke bis Olten (Flug). Der Tagessieg ging schliesslich an Marco Maranta, der nach 5.5 Stunden und 115 Kilometern wieder Boden unter die Füsse kriegte (Flug). Aber auch alle weiteren Flüge lassen sich sehen:

Markus: https://www.xcontest.org/switzerland/en/flights/detail:MaGa/10.6.2017/09:21

Max: https://www.xcontest.org/switzerland/en/flights/detail:imax/10.6.2017/10:17

Renato: https://www.xcontest.org/switzerland/en/flights/detail:rfintheair/10.6.2017/10:25

Daniela: https://www.xcontest.org/switzerland/en/flights/detail:Biestli/10.6.2017/10:26

Leta: https://www.xcontest.org/switzerland/en/flights/detail:letatel/10.6.2017/10:23

Last but not least sei noch die Leistung von Ivo erwähnt, der 2x nach einem Absaufer zurück auf den Berg wanderte, insgesamt 3 Flüge machte und wahrscheinlich mehr Kilometer zu Fuss gegangen als so mancher geflogen ist. Wir werden ihm die Teilnahme am nächsten Jura’ltitude ans Herz legen 😉

Alle, die am zweiten Tag auch dabei waren, trafen sich schliesslich beim Parkplatz, von wo es direkt ins nächste Fluggebiet ging: am Sonntag sollte in Engelberg der nächste XC-Day stattfinden.

Erschöpft aber zufrieden richteten wir uns in einer Pension in Engelberg ein und durften ein sehr gehaltvolles und leckeres Abendessen geniessen. Früh ging es dann auch ins Bett, da der nächste XC-Day bereits um 9.00 Uhr mit einem Briefing beim Bahnhof Engelberg startete. Dort nahmen wir am nächsten Tag 12 PGZH-Piloten in Empfang und gingen zusammen aufs Brunni.

Leider war der Tag sehr stabil, weshalb es schwierig wurde, einen geeigneten Task zu setzen. Nach einem ausführlichen Briefing machten wir uns auf den Weg zum Startplatz. Da die Thermik auf sich warten liess, nahmen wir den Marsch zur Schonegg in Angriff und starteten schliesslich vom Grat aus. Die Thermik setzte zwar ein, allerdings erschwerte eine Inversion auf 1’900 MüM den Höhengewinn und viele Piloten versuchten auf gleicher Höhe die Inversion zu durchbrechen. Dies gelang leider nur einzelnen Piloten. Die anderen versuchten geduldig mit gefühlt 60 anderen Schirmen in der Luft Höhe zu gewinnen um zum Hahnen queren zu können.

Die Querung und der Weiterflug gelang dann schliesslich auch Markus, Marco H., Ivo, Chrigel und Adi. Die anderen machten sich früher oder später auf in Richtung Landeplatz, wo man sich früher als erhofft wieder traf. Der starke Talwind, das hohe Pilotenaufkommen und die Hitze hielten uns schliesslich von einem zweiten Flug ab, weshalb es zum Glace-Essen zu Carolinas Kiosk bei der Brunni Bahn ging. Die, die den Sprung zum Hahnen und der Fürenalp geschafft hatten, trudelten später auch am Landeplatz ein und verzichteten auf den Sprung runter zum Haldigrat. Ivo, Marco H, und Chrigel konnten schliesslich rund 20 Kilometer verbuchen. Der Tag war letztendlich zwar kein Streckentag, aber dennoch durften wir einen gemütlichen Flugtag erleben mit vielen PGZH-Piloten und -Pilotinnen.

Die erste Ausgabe der PGZH XC-Days darf als voller Erfolg verbucht werden, nicht zuletzt da keinerlei Zwischenfälle oder Unfälle zu beklagen sind.

Herzlichen Dank an Marco Huber, der organisiert, gebrieft, geplant, ca. 1 Woche intensives Meteostudium gemacht, ca. 7 Mal mit der Pension in Engelberg und 3 Mal mit der Titlisbahn telefoniert und unserem Club ein super Wochenende beschert hat! Danke auch an alle die dabei waren! Wir freuen uns auf die nächste Ausgabe der PGZH XC-Days! 😎

Barbara


  |  Juni 12th, 2017  |   Filed in Posts
Tagged with , , ,

Leave a Reply