Juni 18th, 2012

Flugwetter

Wir werden in diesem Jahr nicht gerade mit vielen guten Flugbedingungen verwöhnt: Wenn’s nicht gerade regnet, dann ist der Wind meistens zu stark um längere Flüge zu ermöglichen.
Als es vergangene Woche endlich wieder mal nach richtig gutem Flugwetter aussah, war die Vorfreude gross. Entsprechend viele PGZH-Mitglieder hatten sich bis Freitag Abend auch zum Fliegen eingetragen. Motiviert entschied sich ein Grüppchen am Samstag nach Fanas zu fahren. Allerdings musste dieser Plan am frühen Samstag Morgen am Zürcher HB über den Haufen geworfen werden – der Sicherheit wegen: Zwar hatte es kaum Wind im Prättigau, rundherum bliess es jedoch stark; zu stark für unsere Gleitschirme.
Also machten wir uns auf ins Zürcher Oberland, nach Wald auf die Alp Scheidegg. Alleine der Ausblick war es wert dort hochzufahren:
Dank Föhn konnte man den Pilatus, die Rigi, ja sogar die Berner Alpen sehen. Der Peakfinder auf dem iPhone war überfordert und meldete: „Too many peaks to show“. Naja, ich hoffe, wir haben die grossen, markanten Gipfel richtig betitelt.
Wegen Föhn allerdings, mussten wir uns bis in den Nachmittag hinein mit der Aussicht vom Boden begnügen – fliegbar war’s nämlich nicht wirklich. Dafür tauchten immer mehr bekannte Gesichter auf und es kam zum gemütlichen Parawaiting.

Mitte Nachmittag verzog sich dann der lästige Föhn und Thermik sorgte für schönen Aufwind am Startplatz. Also nichts wie los in die Luft! Endlich eine Gelegenheit das neue Vario auszuprobieren, und dieses piepste fröhlich (und viel zu laut) vor sich hin. Leider gelang es nicht allen Höhe zu gewinnen, doch immerhin gab’s etwas Airtime.

 

 

Für den Sonntag sahen die Prognosen zunächst etwas besser aus: weniger Wind, gute Thermik! Also wieder früh aufgestanden und optimistisch in den Alpstein gefahren. Dort standen wir am Startplatz in dichtem Nebel. Zum Teil konnte man keine 50 Meter weit sehen. Die Luft war leider feuchter als erwartet und wollte nicht so schnell abtrocknen, wie prognostiziert. Dasselbe Schicksal ereilte eine weitere PGZH-Gruppe, die auf dem Maschgenkamm im Restaurant sass und auf Sicht zum Boden wartete, und die Niesen-Gruppe sass ebenfalls im Nebel fest. Immerhin konnten sie über dem Wolkenmeer die Sonne geniessen.
Nach drei Stunden im Nebel auf der Ebenalp, zog es uns schliesslich weg vom Alpstein, zurück auf die Alp Scheidegg. Dort gab’s zwar Sonne und Thermik, dafür aber Rückenwind. Zwischendurch gab es kurze Nullwind-Phasen, die startbar schienen. Also machten wir uns bereit und warteten dick eingepackt an der prallen Sonne auf ein Startfenster. Nach und nach schafften es alle in die erfrischende Luft. Und dieses Mal ging’s noch etwas einfacher und höher rauf als am Vortag. Die Sicht war einfach ein Genuss. Allerdings war es wegen Nordostwind nicht gerade turbulenzfrei und deshalb entschied ich mich landen zu gehen, bevor’s ungemütlich wird.

 

 

 

Zufrieden, doch noch einen Flug gemacht zu haben, ging’s nach einem erfrischenden Glacé zurück nach Zürich. Die Flumserberg-Gruppe meldete, dass es nach einem Marsch zum Prodkamm doch noch fliegbar war, und auch die Niesen-Gruppe kam noch zu einem Gleitflug vom Berg runter. Ja, und dann gab es noch das Fiescher-Duo: Dominik und Sebastian hatten sich nach Fiesch aufgemacht, mit dem Ziel die Pässe zu überqueren. Die beiden konnten die schwierigen Bedingungen optimal ausnützen und landeten am Abend nach über 220 Kilometern in Landeck/Österreich! Was für ein Flug!

Ein sonniges Wochenende mit nicht ganz einfachen Bedingungen, vielen Leuten, vielen Flügen und ohne Zwischenfälle – was will man mehr?
Barbara

Dominiks Flug
Sebastians Flug


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