Juni 24th, 2012

PGZH-Schulreisli in den Jura

So ziemlich alle uns bekannten Wetterprognosen zeigten am letzten Samstag (23.6.12), dass es wohl im Jura – und wahrscheinlich nur im Jura – am besten fliegen wird. Aber wohin im Jura, wenn wahrscheinlich alle Schweizer Gleitschirm-Piloten dorthin gehen? Wohin, wenn es unten Nord- und oben Südwestwind gibt? Sebi und Jan entschieden es in Mauborget zu versuchen und auch unsere Jura-Experten stimmten mit ein: Mauborget soll’s sein. Obwohl die Anfahrt von Zürich mit dem Zug drei Stunden dauert, machten sich am frühen Morgen gleich 14 PGZH-Mitglieder auf in den Westen. Die Anfahrt ist bequem: im Direktzug bis nach Yverdon, anschliessend mit dem Postauto direkt zum Startplatz. Zum Glück gibt es eine Familienzone im Zug, mit viel Platz für Gleitschirme. Rahel hatte die neusten Flug-Lektüre mit im Gepäck (Swissglider und Thermik) und eine Segelflugkarte und so war die Fahrt sehr kurzweilig.

Startplatz Mauborget

Gruppenfoto1

Am Startplatz angekommen, empfing uns bereits perfekter Aufwind und eine schöne Wolkenstrasse direkt über uns. Da weit und breit keine anderen Piloten waren, waren wir noch etwas skeptisch, ob wir am richtigen Ort waren. So warteten wir noch eine Weile. Domi, Sebi und Jan hielt beim Anblick der Verhältnisse nichts mehr am Boden und so starteten sie bald darauf. Die drei gewannen Höhe und schon wenig später waren sie auf und davon. Nun war es also an uns das Gleiche zu versuchen. Vor dem Start machte sich beim einen oder der anderen etwas Nervosität breit, schliesslich war man gerade drei Stunden angereist, hatte grosse Pläne, da möchte man nicht nach zehn Minuten wieder am Boden stehen. Also raus und rein in die Thermik.

 

Es zeigte sich, dass es überall Schläuche gab, aber diese nicht immer einfach zu drehen waren, weil viel Wind mit im Spiel war. Nachdem ich etwas Höhe gewinnen konnte und Bruno neben mir auftauchte, flogen wir los Richtung Südwesten. Beim Versuch bis an die Basis zu drehen, wurde es mir meistens zu turbulent, so dass ich immer ein paar Höhenmeter unter Bruno weiterzog. Nach ein paar Kilometern holten uns dann auch Rahel und Eva ein und so flogen wir vier gemeinsam weiter. Bei L’Abergement wurde mir meine Tieffliegerei fast zum Verhängnis. Ich habe mir schon überlegt, welches Kaff wohl die beste Anbindung an den ÖV hat. Schläuche am Hang zu drehen war wegen dem Wind kaum möglich, also flog ich etwas weiter raus wo mein Vario sanft anfing zu piepsen. Dieser Schlauch stellte sich als angenehm stark und definiert heraus und trug mich innert zehn Minuten vom Boden bis direkt an die Basis hoch (von 950 MüM bis 1827 MüM).

Der Ausblick war grandios und ich war überglücklich den Absaufer vermieden zu haben. Meine Gspändli hatte ich nach diesem Bodenturnen verloren. Nun wollte ich mit dieser schönen Höhe gemütlich nach Mauborget, bzw. Fontaines unterhalb von Mauborget, zurück gleiten.

Ich landete schliesslich sehr zufrieden in der Nähe des Landeplatzes auf einem grossen abgemähten Feld. Am Landeplatz traf ich auf Barbara S. und Leta, die zuvor gelandet waren. Später stiessen auch Rahel und Eva dazu, welche versucht hatten, Richtung Nordost weiterzufliegen, aber durch den starken Nordostwind und eine Inversion gebremst wurden. Während Max und Roger noch einen zweiten, und Carrie, die später dazugestossen war, einen ersten Flug machten, fuhr uns Markus nach Grandson, wo wir direkt am See, bei Glace und Eistee, den Flugtag ausklingen liessen.

 

 

Auf dem Weg nach Hause sahen wir bei Egerkingen gerade noch Dominik landen, der nach 190 Kilometern dort landen gegangen war. Auch Marco, der nach Nordosten aufgebrochen war, meldete sich zurück, gelandet in Solothurn.

Alle der mitgereisten PGZH-Piloten/Pilotinnen konnten an diesem Tag auf Strecke gehen und endlich mal wieder richtig Airtime tanken. Zusammen sind wir an diesem Tag ca. 690 Kilometer weit geflogen – eine schöne Teamleistung und ein perfekter Tag!

Barbara

Fotos

Flüge
Barbara, Bruno, Carrie, Dominik, Eva, Leta, Marcel, Marco, Markus, Maximilian, Rahel, Roger, Sebi

Fotos by Bruno J. und Barbara W.


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One Response to “PGZH-Schulreisli in den Jura”

  1. Es war ein super Flugtag!

    Bis bald,
    Marcel

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