August 21st, 2012

Traumtag in Fiesch

Am Samstag standen alle Zeichen auf Fiesch: Wenig Wind, hohe Basis, keine Gewitter und wegen der Stabilität war Fiesch an diesem Tag wahrscheinlich der einzig gut fliegbare Ort in der Schweiz. So machten sich unzählige Piloten und Pilotinnen auf ins Wallis. Mehr als 200 Piloten fanden sich in Fiesch ein, darunter 21 PGZH-Piloten.
Als unsere Gruppe, die mit dem 7-Uhr-Zug angereist war, am Startplatz eintraf, wurden wir bereits von zahlreichen Piloten empfangen, darunter viele bekannte Gesichter. Da die Thermik, gemäss Prognosen, erst spät einsetzen würde, warteten die meisten, bis es ein Anzeichen gab, dass es nun gut und einfach hoch geht. So blieb Zeit sich mit all den Gleitschirmfreunden auszutauschen.

Als wir um 12.00 Uhr immer noch am Boden standen, machte sich langsam etwas Nervosität in mir breit. Aber für einen langen Flug würde es ja immer noch reichen. Als sich die Schirme, die sich bereits in der Luft befanden, langsam Richtung Eggishorn bewegten, wagten wir uns auch in die Luft. Es war am Anfang noch etwas zäh Höhe zu gewinnen, aber zum Glück zeigte das ganze Tuch in der Luft, wo es hoch ging. Noch nie hatte ich so viele Gleitschirme in der Luft gesehen.
Als ich die Querung nach Bellwald anging, hatte ich bereits 3200 MüM auf dem Vario stehen, was meinen bisherigen Höhenrekord schon mal übertraf. In Bellwald angekommen hielt ich mich an Markus‘ Rat, dort Zeit zu investieren und ordentlich Höhe zu tanken. Also rauf auf 4’000 MüM. Zum ersten Mal so hoch zu sein und immer mehr Landschaft zu sehen, war unglaublich schön. Das Berner Oberland schien greifbar nah. Mit dieser angenehmen Höhe machte ich mich auf in Richtung Grimsel. Kurz vor dem Grimsel warnte Marco über Funk, dass dort der Nordwind durchdrückte und spühlte. Also setzte ich meinen Wendepunkt früh – zum Glück, denn Einigen wurde die Grimselschlange zum Verhängnis.
Den Rückweg gab’s praktisch geschenkt. Vor der Querung zum Eggishorn machte ich nochmals ordentlich Höhe und genoss den Anblick der Gletschterwelt und den vielen Gleitschirmen, die wie Mücken ums Finsteraarhorn schwirrten. Zurück beim Eggishorn gab’s eine Runde Aletschgletschter-Sightseeing. Darüber zu fliegen ist wohl etwas vom Schönsten, was man mit einem Gleitschirm erleben kann.
Ich querte weiter zum Nesthorn, wo ich zum ersten Mal an diesem Tag in richtig ungemütliche Luft geriet und über dem Grat etwas zu kämpfen hatte, bis ich wieder genug Höhe hatte, um zurück zu fliegen. Zurück in Fiesch wartete ich auf Rahel, die über Funk angekündigt hatte, dass sie auch bald dort sein werde. Also eine weitere Runde Aletsch-Fliegen geniessen in butterweicher Thermik.
Als Rahel aufgeholt hatte, ging’s erneut nach Bellwald, wo ich wieder schön Höhe machen konnte und entschied, nochmals das Goms in Angriff zu nehmen. Über Funk hörten wir, von einer Fluggruppe, die zufällig die gleiche Frequenz benützte wie wir, dass am Landeplatz in Fiesch der Wind ständig wechselt. Deshalb legten Rahel und ich fest, der Sicherheit wegen, im Goms landen zu gehen. Während Rahel Richtung Gluringen ausgleitete, nahm ich die höhere Route zum Oberaarsee. Dort angekommen war’s allerdings recht turbulent, zudem war ich nun ganz alleine unterwegs und weit und breit war kein Flieger mehr zu sehen. Darum flog ich nach vorne zur Rippe und traf dort auf Rahel. Zusammen gingen wir in Gluringen landen.
Kaum den Schirm fertig gepackt, stand auch schon Peter mit dem Auto da und brachte uns zurück nach Fiesch direkt in ein Restaurant – was für ein Service. Während dem Essen, wurden wir von Peter und Oli upgedatet, dass alle anderen PGZH-Piloten nach einem mehr oder weniger langen Flug alle safe auf dem Boden gelandet sind. Nur Bruno war noch in der Luft unterwegs und meldete sich telefonisch, dass er bald in Fiesch eintreffen würde. Und auch Sebi war noch unterwegs, was bei ihm nicht weiter verwundert. Während einige PGZH-Mitglieder gleich über Nacht dort blieben und noch einen Tag anhängten, machten sich Rahel und ich auf den Heimweg – überglücklich und voll mit unvergesslichen Eindrücken.

Dass dieser Tag nicht nur für mich einzigartig war, zeigen die unzähligen Flüge im Xcontest, sowie der Bericht von Markus, welcher mit Marco an diesem Tag die Alpen überquert hat (s. Alpenquerung am Berner König vorbei)

Barbara W.

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One Response to “Traumtag in Fiesch”

  1. hei schöne brecht. ond ich fends toll dass er euch met rechtige infos vom Landeplatz denn för en andere wo secher wendgliich esch entschede händ. emmer echli meh secherheit esch emmer guet. witer so
    Gruess Bruno

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