August 12th, 2013

Vom Jura ins Appenzell

Samstag, 10. August 2013: Die Nachtsondierung der Payern Sonde sah gut aus. Neben einer Bodeninversion sollte es nach Doktor Sebi richtige Labilität geben! Jedoch am Weissenstein angekommen, hatten wir mal ordentlich Wind von hinten… Somit machten wir eine Wanderung ab an die Röti. Dort war munteres Parawaiting angesagt, mit doch gegen 15 Leuten. Als der Nordwest langsam abnahm, wurde Bruno Jäger nervös und drängte uns, dass wir starten, denn sonst käme der Wind wieder bald von Süden her… somit schwupps raus und ums Eck ins Lee… Als ich so alleine Richtung Klus rausflog, hatte ich schon meine Bedenken, ob ich richtig gehandelt habe. Doch konnte ich beim Standardschlauch aufdrehen und bald war die ganze PGZH-Crew auch an der Basis.

Eigentlich wollte ich ja erst gegen den Wind Richtung Biel fliegen, doch Sebi flog irgendwo im Flachen rum und ich überlegte mir kurz alleine weiterzugleiten. Doch irgendwie hatte ich keine Lust auf Einzelfliegen und so schloss ich zu ihm auf. Leider verabschiedete sich dann noch Peter Kleimann, der sich mehr von Michi Nyfenegger angezogen fühlte 😛

Schlussendlich schloss noch Bruno zu uns auf und so flogen wir zu dritt mal gegen Langenthal. Wir harmonierten als Gruppe super. Wir schwärmten nach den Thermiken aus und jeder markierte mal einen richtig schönen Bart. In der Luft verständigten wir uns mit Handzeichen und Geschrei und so schlichen wir uns langsam Richtung Zofingen / Hallwilersee.

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Dort kam es zur ersten brenzligen Situation: Bruno und Sebi gruben sich tief bei Egliswil aus und ich konnte vorne dran in einem schönen Schlauch aufdrehen. Doch dann schoss meines Erachtens die Patrouille Suisse sehr nahe unter mir durch. Waren sicher ein paar Kilometer entfernt, doch ich habe nicht so grosse Nerven, wenn spitzige Flieger mit 900 Km/h um einen rumdüsen 🙂

Als sie nochmals eine Schlaufe zogen, fing ich an abzuspiralen, da ich irgendwie nicht mit denen in Kontakt kommen wollte. Somit war ich auf Höhe von Sebi und beobachtete mal die Jets von einer tieferen Lage. Da sie dann wirklich abdrehten und ihre Kunststückchen über Birrfeld machten, konnte ich beruhigt aufdrehen und flog mit Sebi weiter Richtung Zürich. Leider hatte Bruno hier zu wenig Geduld, drehte nicht genug auf und konnte in Wohlen keinen Anschluss mehr finden.

Wir kämpften uns unter der 1350er TMA durch und konnten bei Jonen wieder Anschluss finden. Dort markierte Sebi von tief unten einen super Schlauch der uns wieder an die Basis brachte und wir entspannt an die Albiskette queren konnten.

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Dort waren wir enorm unschlüssig was wir nun machen sollten… Bei der Streetparade landen oder doch noch nen bissle probieren weiter zu fliegen… Zuerst wollte ich landen und ich denke Sebi war auch nicht sehr weit von dieser Idee entfernt, doch wir waren so hoch wie schon lange nicht mehr über Zürich und so entschieden wir uns doch weiter zu fliegen. Obwohl es nicht sooo ordentlich Richtung Rappi aussah. Egal, wer nicht wagt, der nicht gewinnt! So flogen wir dem See entlang Richtung Horgen. Sebi musste sich wieder tief ausgraben, während ich probierte mit angelegten Ohren Thermik zu fliegen 🙂 Wir kamen wunderbar vorwärts und konnten die TMA Emmen super umfliegen. Bei Horgen tankten wir noch maximale Höhe und dann flogen wir entlang der temporären CTR Richtung Stäfa.

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Das war für mich das ultimative Erlebnis: über meinen Heimatsee zu gleiten war einfach unbeschreiblich! Das muss jeder mal gemacht haben 🙂 Vor der Querung habe ich schon meine Landewiese definiert und zielte mal auf diese zu. Doch hossa auf der anderen Seite trug es und so schlichen wir langsam an der CTR entlang Richtung Rappi. Mit viel Geduld drehten wir schwaches Steigen und liessen uns nach hinten verblasen.

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Über Rüti konnte ich einen hammer schönen 3m/s Schlauch ausgraben und dieser beamte uns rechtzeitig vor der Patrouille Suisse raus aus der restricted Zone. Dann weiter zum Ricken mit maximaler Höhe. Ab hier dachte ich wieder, noch über den Ricken und dann ist sense Feuer 🙂 Doch bei Wattwil ging es nochmals schön in einem Kessel rauf und über der Wasserfluh konnten wir im letzten Schlauch des Tages noch bis zur Basis hochkurbeln. Während dem Drehen ass Sebi und ich lag einfach so im Schirm, machte Fotos, schrieb SMS und Whatsappte. Es war so schön ruhig und es stieg enorm grossflächig. Man konnte einfach nur Geniessen…

Während der letzten Phase des Fluges verschwanden allmählich die Wolken und die Luft wurde stiller und ruhiger. Nur noch der Säntis hatte ein paar Wolken drüber, doch der war für uns unerreichbar. Somit entschieden wir uns noch so weit wie’s geht Richtung St. Gallen auszugleiten und genossen die Aussicht auf den Bodensee und die Hügel ringsherum.

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Bei Waldstatt verpassten wir grad den Zug, doch egal. Wir holten uns ne Take Away Pizza und ich war eh überglücklich über diesen Flug… Das war sicher einer meiner Top Ten Genuss-Flüge! Obwohl er relativ kurz war, war er für mich mit dem Zürichsee einer der Interessantesten!

Dominik Dusek

Flug

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One Response to “Vom Jura ins Appenzell”

  1. Hallo
    Wusstet ihr von der Restricted Zone über Rappi? Habe euch gesehen Nähe Rüti und wusste um die PS, die dann auch ziemlich bald nach euch über den Jonerwald tüste, würde mal sagen keine 10 Minuten? Scheinbar waren die sogar etwas zu spät, da noch ein Motorsegler in der Zone war… alles in allem knapp, würd ich sagen.

    schöner Flug anyway!
    Aero

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